Auf ein Wort: Blue East Two

Eine Umweltsünde am Ende der Welt. So faszinierend der abseits von allem gelegene, ehemalige Militärflugplatz auch ist, so erschreckend ist es gleichzeitig wie viel Müll und Schrott eine Nation innerhalb von 5 Jahren hinterlassen kann und sich nachher nicht mehr darum kümmern. Ohne Rücksicht auf die Natur, ohne Rücksicht auf die Bevölkerung und ohne Rücksicht auf Umweltschäden.

Luftaufnahme des Geländes inkl. der Start- und Landebahn

Doch zur Geschichte: Das Bluei East Two wurde von der United States Army Air Forces von 1942 bis 1947 als Militärflugplatz und Stützpunkt genutzt. Es befindet sich in Ostgrönland im Distrikt Ammassalik. Wir konnten diesen Traumspot eines jeden Fotografen im Rahmen einer Reise durch den Osten Grönlands von Tasiilaq aus mit dem Boot erkunden; eine ca. 90minütige Fahrt durch herrliche Fjorde war hierzu notwendig.

Etwa 800 Soldaten wurden hier stationiert und deren Hauptaufgabe bestand darin, die Start- und Landebahn als Notlandeplatz bereitzuhalten, falls eine Landung in Westgrönland (Bluei East One) auf Grund der Wetterbedingungen nicht möglich wäre. Bei den transatlantischen Flügen nach Europa sollte der Standort zusätzlich als Zwischenlandeplatz zum Auftanken dienen. Mit dem Ende des 2. Weltkriegs wurde der Flugplatz bedeutungslos und wurde 1947 geschlossen; allerdings ohne einen konkreten Rückbau einzuplanen.

Mein größtes fotografisches Interesse galt den zahlreichen Auto- und LKW-Wracks auf dem Gelände, die sich größenteils noch in einem erstaunlich guten Zustand befinden. Motoren und technische Bestandteile wurden zwar größtenteils geplündert, aber ich konnte sogar noch voll funktionsfähige Reifen entdecken. Und wenn die Bevölkerung nicht das vorhandene Holz der Gebäude und des Hangars für eigene Zwecke entnommen hätten, so wär bestimmt noch mehr der ursprünglichen Ausstattung vor Ort zu bewundern.

Das ehemals größte Gebäude auf dem Gelände war der Flugzeughangar von dem heute noch die zusammengefallene Grundkonstruktion erhalten ist. Ein Ort der Geschichte und die Härte des Lebens auf diesem Stützpunkt läßt sich hier nur erahnen. Die grönländische Bevölkerung siedelte sich um den Stützpunkt an und hoffte auf Arbeit, da in den umliegenden Jagd- und Fanggründen zunehmend weniger Fauna anzufinden war. Dies führte zu Konflikten, die sich erst wieder auflösten als der Flugplatz aufgegeben wurde.

Diplomatisches Hin und Her hat in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass die dänische Regierung Gelder bereit gestellt hat um zumindest die Ölfässer zu entsorgen. Die Aufräumarbeiten laufen seit Januar 2018 und geraten immer wieder ins Stocken. Ein konkretes Datum für ein Ende der Säuberungsaktion wurde nicht vereinbart und es mehren sich Stimmen, die diesen Ort als Mahnmal für den 2. Weltkrieg und den Kalten Krieg und als Tourismusattraktion erhalten wollen. Hinzu kommt das in 2025 entdeckt wurde, dass von unbekannter Seite aus neue Ölfässer in Bluei East Two deponiert worden sind!

Ich würde mir wünschen, dass ich in ein paar Jahren noch einmal hierhin zurückkehren kann und die Natur sich das komplette Gelände wieder zurückgeholt hat. Es wird ein frommer Wunsch bleiben.

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Auf ein Wort: Lacoste